Ich muss euch etwas erzählen. Erst jetzt, weil die letzten drei Tage hat diese Information nur mir gehört, weil ich erstmal in mich hinein spüren wollte, wie es mir dabei wirklich geht.
Ich habe mich entschieden den kleinen Hund, den ich mir vergangenen Sonntag angesehen habe, bei uns aufzunehmen und habe zugesagt.
Kasia wird nun Anfang Oktober hier einziehen.
Auf der einen Seite ist große Vorfreude da, herauszufinden wer da kommt um in Zukunft ein hoffentlich langes Hundeleben an meiner Seite zu stehen und ich bin gespannt was für Abenteuer wir gemeinsam erleben werden.
Auf der anderen Seite ist dort auch eine gehörige Portion Respekt und Unsicherheit, wie das alles werden soll.
Irgendwie fühle ich mich gerade wie vor meinen Abi Prüfungen. Man weiß sich gut vorbereitet, hat gelernt und trotzdem hat man keine Ahnung welche Aufgaben wirklich auf einen zukommen werden und hat Angst dem nicht gewachsen zu sein.
Gelingt es mir meine Trauer um Martha mit der Freude um Kasia zu vereinbaren???
Gerade hab ich den totalen Durchhänger.
Vorhin ist das neue Hundebett geliefert worden. Es ist das gleiche, wie es Martha hatte, nur in einer anderen Farbe.
Obwohl Marthas Bett noch richtig gut ist, sie hat es eigentlich nur wenig benutzt da sie ja meistens auf dem Sofa oder im Bett lag, bekommt das die Kasia nicht. Erstens ist das ausschließlich Marthas Bett und zweitens soll die Kleine auch ihre eigenen Sachen haben.
Ich habe das Bett ausgepackt und es steht nun an der gewohnten Stelle im Wohnzimmer neben der Couch.
Da wird es auch bleiben, denn es ist die strategisch günstigste Stelle in der Wohnung.
Man liegt nahe bei der Familie, hat sowohl Küche, Flur und Terrassentür gut im Blick und trotzdem gibt es dort keinen Laufweg und man kann sich als Hund auch einen Rückzugsort schaffen.
So, und ich sitze gerade auf dem Sofa und starre auf das neue Bett, wie wenn dort ein großes Insekt sitzen würde.
Es fühlt sich sehr sehr komisch an. Nicht falsch, aber auch nicht richtig. Fremd.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich Martha, den konservativsten Hund der Welt ( wir haben immer gescherzt, dass sie hundert prozentig CSU wählen würde) steifbeinig und mit aufgestelltem Nackenhaar darum herum gehen. Ich sehe sie, der jede Veränderung immer ein Gräuel war, mit ihrer typischen hochgezogenen Augenbraue fragen, warum da eine neue Insel steht....
Und ja, natürlich laufen wieder die Tränen.
Ich würde mein Leben so gerne wieder mit einem Hund teilen, ich freue mich ihr die Welt zu zeigen, ihr Vertrauen und ihre Freundschaft zu gewinnen und trotzdem fühlt es sich gerade ganz seltsam an.