Ich habe es gestern einfach nicht geschafft, meine Mutter anzurufen. Ich werde heute in der Mittagspause hinfahren und ihr noch einmal das Angebot machen, sie am ersten Feiertag zu uns zu holen. Wenn sie das dann nicht akzeptiert, ist es eben so.
Ganz ehrlich: insgeheim wäre ich sogar froh, wenn sie absagt.
Ich war noch nie ein wahnsinniger Weihnachtsfreak, weil mir dieses Friede-, Freude-, Eierkuchengetue und das ganze Konsum- Bling Bling schon seit vielen Jahren auf den Keks geht, habe aber des Familienfriedens wegen, immer meine Rolle mitgespielt.
Ich habe aber schon immer gedacht, dass ich mich mit Martha zusammen am liebsten in einer Berghütte einschneien lassen würde...
Dieses Jahr potenziert sich das noch, natürlich bedingt durch Marthas Tod.
Schon die fröhliche Adventszeit stresst mich unglaublich und fühle mich so ausgelaugt, dass ich in der Früh schon den Abend herbeisehne.
Wie dünnhäutig ich bin, habe ich gerade gestern wieder erfahren müssen.
Ich habe gestern mit Kasia bei meiner Hundetrainerin eine Stunde gebucht. Es waren noch Neukunden mit einem Aussiewelpen anwesend, welche eine Schnupperstunde hatten.
Die Trainerin stellte uns gegenseitig vor und sagte noch, dass wir uns schon sehr lange kennen und ich schon mit meinem Vorgängerhund Martha bei ihr gewesen bin.
Mehr nicht, aber das hat gereicht um bei mir ein Kopfkino zu starten: die kleine Martha beim Spiel mit den anderen Welpen, ihre ersten tapsigen Versuche zur Leinenführigkeit und ihr aufgeregtes gehibbel wenn sie Sitz - Bleib machen sollte...
Ja, was soll ich sagen, ich bin augenblicklich in Tränen ausgebrochen und konnte mich bis zum Schluss nicht mehr in den Griff kriegen.
So ein Mist!
Die andere Familie hat mich angeschaut, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank.
Eine gute Nachricht gibt es allerdings.
Kasia hat ihr heftiges Gebeisse fast vollständig abgelegt und entwickelt langsam eine solide Beisshemmung. Auch zeigt sie sich deutlich kooperativer bei Dingen, welche sie eigentlich nicht einsieht.
Unser Vertrauen und unsere Bindung wächst kontinuierlich.
Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und lasst euch nicht unterkriegen.
Bis bald, die Sabine