Wenn ich mich hier so umschaue, dann sehe ich, dass es den meisten von uns gerade gar nicht gut geht. Dem schließe ich mich an.
Vermutlich liegt es an der sowieso schon emotionalisierten Adventszeit und an dem dunklen, trüben Wetter. Ich vermisse meine liebe Martha gerade so sehr.
Die traurige Stimmung überfällt mich momentan so hinterrücks. Ich wache auf, bin guter Dinge und auf einmal ohne besonderen Anlass laufen die Tränen und alles zieht sich in mir zusammen. Das ist gerade so unberechenbar und macht mir sehr zu schaffen.
Dann habe ich mich auch noch mit meiner Mutter überworfen. Ich habe eigentlich ganz klar gesagt, dass ich dieses Jahr an Weihnachten nur ein Minimalprogramm starten werde. Normalerweise waren wir Heiligabend immer bei meiner Mutter und am ersten Feiertag waren alle bei mir zum Essen.
Meiner Mutter schafft es aber altersbedingt nicht mehr, den heiligen Abend auszurichten.
Jetzt hat sie sich bei mir eingeladen und zwar über die gesamten Feiertage.
Ich arbeite an Heiligabend bis Mittag, danach soll ich sie abholen, kochen und alles vorbereiten.
Ich weiß gar nicht, wie ich das rein zeitlich auf die Reihe kriegen soll.
Meine Kollegin ist im Urlaub und ich hatte mich freiwillig gemeldet zu arbeiten, damit ich etwas abgelenkt bin und Kasia ihre Hundefreunde zum spielen hat.
Ich hätte meine Mutter gerne am ersten Feiertag abgeholt und auch am Abend wieder heim gebracht. Sie wohnt nur 20 km von mir entfernt.
Nun setzt sie mir die Pistole auf die Brust: entweder sie kommt gar nicht, oder die vollen Weihnachtstage und ist jetzt schon beleidigt.
Abgesehen von Zeit und Stress weiß ich auch gar nicht, wie das mit Kasia gehen soll.
Meine Mutter läuft sehr schlecht und ist sehr sturzgefährdet. Einen Rollator hat sie zwar, nimmt ihn aber nicht her.
Kasia ist wild, tobt durch die Wohnung ( gerade wenn Besuch da ist) und meine Mutter meint ich müsse ihr eben bis dahin beibringen, dass sie ruhig auf ihrem Platz liegt, oder in der Box ist. Meine Güte, sie ist dann gerade erst fünf Monate alt....
Kind 1 ist sowieso nicht da, weil er gerade mal wieder im Ausland arbeitet.
Kind 2 ist enttäuscht, weil er eigentlich mit Freunden etwas ausgemacht hatte ( für mich total okay) und nun seine Anwesenheit erwartet wird.
Ich habe echt den Eindruck, dass seit Marthas Tod alles irgendwie aus den Fugen geraten ist.
Dazu kommt, wie wir es ja Alle schon beschrieben haben, das Unverständnis für die Trauer um einen Hund.
Ich habe meiner Mutter ganz klar gesagt, dass ich dieses Weihnachten etwas bedeckter halten möchte und höre jetzt nur, dass sie diese Äußerung auf meine Akuttrauer geschoben hat und es doch nicht mein Ernst sein kann, wegen einem Hund so zu zicken.
Außerdem hätte ich ja jetzt einen neuen Hund und soll mich um Himmels Willen nicht so wichtig nehmen.
Morgen möchte sie eine Entscheidung!
So, danke mal wieder fürs Lesen und "Auskotzen " dürfen.
Ihr Lieben, kommt gut durch das zweite Adventswochenende!
Es grüßt euch die Sabine