Am Sonntag ist Kasia eingezogen. Sie ist zuckersüß, sehr fröhlich und hat sich sofort ohne fremdeln hier wohlgefühlt.
Schon die Autofahrt von über hundert Kilometern hat sie ohne winseln, erbrechen usw. gemeistert. Hat sich einfach hingelegt und geschlafen.
Mittlerweile kennt sie das Haus und dreht schon richtig auf.
Schlafen tut sie wie selbstverständlich im Bett, aber an einer ganz anderen Stelle als die, an welcher Martha immer lag.
Ich habe sie schon recht liebgewonnen.
Allerdings ist das Aufwachen in der früh, für mich jetzt fast noch schlimmer geworden.
Nach Marthas Tod, wenn ich morgens aufgewacht bin hat es immer einen Moment gedauert, bis mir bewusst wurde, dass ich alleine im Bett liege und Martha nicht mehr da ist.
Jetzt geht es mir gerade so, dass ich aufwache und Kasia dann natürlich aus der Decke krabbelt um mich stürmisch und ausgeschlafen zu begrüßen. Und dieser Moment, wenn du noch im Halbschlaf einen Hund neben dir spürst und für einen ganz kurzen Augenblick denkst, dass du einen fürchterlichen Albtraum hattest und zum Glück jetzt wach bist. Und dann kommt natürlich nicht Martha aus der Decke, sondern Kasia. Sofort kommen mir die Tränen und ich fühle mich so schlecht, der Kleinen gegenüber, die mich mit einem Strahlen begrüßt.
Natürlich wird sie geknuddelt und geherzt und dann müssen wir gleich raus. Sie ist ja noch nicht stubenrein.
Das lenkt dann erstmal ab.
Auf dem Weg zur Arbeit (Kasia hinten in ihrer Box) laufen dann wieder die Tränen.
Oder vorhin haben wir unsere erste größere Runde gedreht. Kasias erste Runde, war auch gleichzeitig die letzte mit Martha.
Kasia hatte so einen Spaß, ist gehüpft wie ein Hase und hat soviel entdeckt.
Und ich blöde Kuh, habe überall Martha laufen sehen und war nur am heulen.
Nun sitze ich hier, Kasia schläft an mich gekuschelt und ich kann nicht aufhören zu weinen. Einmal, weil mir Martha so fehlt und zum anderen, weil ich ein so schlechtes Gewissen gegenüber Kasia habe. Sie ist ein so lustiger kleiner Hund und muss mir ständig beim Heulen zuschauen.