Ragna
Liebe Ragna,
ich habe dir schon in einem anderen Thread meine Gedanken dazu geschrieben.
Ich hadere auch immer wieder mit dem Gedanken, ob ich nicht doch noch einen Therapieversuch bei Martha hätte machen sollen und ob meine Entscheidung zu vorschnell war.
Auch wenn mein Kopf ( und auch meine berufliche Erfahrung) genau wussten, dass es nur ein herauszögern gewesen wäre, zweifelt das Herz noch manchmal.
Ich vermisse sie unendlich und mir fehlt ihr Blick, ihre Art, alle alltäglichen Kleinigkeiten die unsere Beziehung ausgemacht haben.
Aber mit Kasia entwickele ich neue Routinen, habe neue Erlebnisse und es ist so spannend zu sehen, wie sie sich entwickelt, ihren eigenen Kasia -Charakter herausbildet.
Gestern Abend war ich das erste mal, seit sie da ist aus. Ich bin mit einem Freund, im übrigen der einzige, der sich noch immer meine Martha Geschichten anhört, auf einen Weihnachtsmarkt gegangen.
Kasia war nicht alleine daheim, mein Sohn war da und hat auf sie aufgepasst.
Nach zwei Stunden kam dann der "Notruf" .
Ich solle bitte umgehend wieder zurück kommen, da Kasia zitternd wie ein Häufchen Elend an der Eingangstür liegt und weint.
Als ich dann wieder zur Tür reinkam, war sie der glücklichste Hund der Welt und ist die ganze Nacht keinen Zentimeter von mir weggegangen.
Und ich? Ich stand auf dem Weihnachtsmarkt und habe ständig an sie gedacht und mich auf sie gefreut.
Kasia wird das in kleinen Schritten schon lernen, dass ich nicht immer da bin, aber immer wieder zurück komme.
Doch gestern habe ich sie wohl überfordert.
Die arme Maus.
Ich erzähle das deshalb, weil ich dir damit sagen will, dass es schon möglich ist, wieder eine neue wunderbare Bindung mit einem neuen Hund aufzubauen, ohne den verstorbenen Hund zu vergessen.
So lag sie da gestern, die ganze Zeit!