Ragna
Ach Ragna, ihr habt es doch gemeinsam gemeistert. Du hast sie beschützt vor kommenden Leid und bist bis zuletzt an ihrer Seite gewesen.
Aber ich kann deine Gedankengänge dennoch sehr gut verstehen. Auch mir geistern immer wieder Marthas letzte Lebensminuten im Kopf herum und wider beseres Wissen, frage ich mich auch immer wieder mal, ob ich alles richtig gemacht habe. In ihrem Sinne.
Mein Tag hat heute auch besch.... begonnen.
Seit dem Aufwachen laufen die Tränen und ich muss mich auch so zusammenreißen, dass mein Sohn nichts merkt.
Immer wenn ich denke, es wird ein bisschen leichter, dann überrollt es mich aus dem Nichts. Nicht mal Kasia, die gerade um mich herum tobt, kann mich gerade ablenken.
Ich habe das Gefühl, je mehr Zeit vergeht, desto weiter entfernen wir uns von einander. Ist zwar Unsinn, denn noch weiter geht ja gar nicht.
Lass uns hoffen, dass der Tag schnell vorbei geht und wieder soetwas wie ein wenig Zuversicht einkehrt. Es kann doch nicht auf ewig so weitergehen. Irgendwann stößt man kräftemäßig an seine Grenzen und davor habe ich wirklich Angst. Meine Lebenssituation erlaubt es einfach nicht, dass ich schlapp mache. Ich bin hier der Alleinverdiener und habe Verpflichtungen gegenüber meines Kindes und meines neuen Hundes. Doch an Tagen wie diesen, ist es nur schwer.