Eine lange Geschichte, ich hatte seit vielen Jahren Boxer und Boxermischlinge. Mir hat das Wesen dieser rasse so gefallen
und natürlich auch das Aussehen.
Nach dem Tod meines letzten Hundes habe ich es 9,5 Jahre nicht geschafft mir wieder einen Hund zu holen. Meine zwei starben damals im Abstand von einem Jahr.
Durch Zufall sah ich den Aushang des Tierheimes, ein Boxer nur an erfahrene Halter abzugeben....
Der erste Besuch war wie ein besuch im Knast, setzen sich hier hin und beachten den Hund gar nicht, nicht anfassen, einfach in Ruhe lassen....
Doch was geschah der Kleine kam zu mir und drückte sich an mich, das hatten die im Tierheim noch nie erlebt und schon stand fest "sofort mitnehmen"....
Der Beginn einer langen und innigen Freundschaft. Zu hause machte ich ihm sein lager im gleichen Zimmer, weiche Decken und Saufnapf und Spielzeug. Doch kaum waren 10 Minuten rum, schon lag er vor meinem Bett und war dort nicht weg zu bewegen. Dort ist er auch sein leben lang geblieben. Wenn ich ins Bad ging, kam er hinterher und legte sich dafor und dann wurde ich natürlich trocken geleckt....
Bei einer Routineuntersuchung ließ ich zwei kleine Knoten untersuchen, das Ergebnis - ein Fettknoten und ein Mastzellentumor!
Von einer OP habemn wir abgesehen (Herzprobleme und Tumor genau auf Kniegelenk). Im Internet gab es die Einstufungen Mastzellentumor in Grad II.
Wir nahmen den Kampf auf, komplette Ernährungsumstellung, Zusatzstoffe Krebshemmend. Dentritische Zelltherapie.
Diesen kampf haben wir 7 Jahre geführt und irgendwie war jedes jahr ein Geschenk! 2024 bekam er einen "Schlaganfall" (möglicherweise auch Hirntumor). Auch da erholte er sich wieder, er lernte wieder gut zu laufen und das Füttern gab es Handfütterung.
Unsere Tierärztin sagte einmal "der nicht sterben wollende Boxer". Es war ein schwerer Kampf aber jeder tag war ein Geschenk!
das letzte Wochenende war grausam, für ihn und für uns. Er bekam vom Notarzt Schmerzzäpfchen Tabletten wirkten nicht und für Montag war schon ein Nottermin in der Tierklinik vereinbart. Doch so weit kam es nicht....
Er hat in meinen Armen geschrien wie ein klaines Kind, trotz Schmerzzäpfchen und da war klar es gibt kein Morgen. der Notarzt hat ihn dann eingeschläfert. Um ihm das Ende zu erleichtern hat er das in meinem Kombi getan wegen der gewohnten Umgebung und ich hatte ihn bis zum letzten Atemzug im Arm.
Ich bin heute noch nicht darüber hinweg, ich weiß ich habe es richtig gemacht, weitere Qualen zu ersparen.
In den schlimmen Momenten erlebe ich dies Wochenende nochmal, in den guten Momenten gehe ich raus, laufe wie immer und rede mit ihm. Ob man es glaubt oder nicht es tut mir gut....
Die meisten hier haben solch oder ähnliche Erlebnisse und können nachfühlen, außer mit meiner Frau bin ich da allein....Ihr geht es da so wie mir.
Warum schreibe ich das hier?
Ich will niemand damit belasten, aber manchmal ist es eine Hilfe zu sehen, das man mit der Trauer und dem Verlust nicht allein ist. Stribt ein naher Mensch, da überschlagen sich manche mit Trauerbekundungen (ob echt oder nicht) dies ist meine Geschichte oder besser von Apollo.
Alles Gute für Euch!