Liebe Malina,
ich hoffe, ich mache mich jetzt nicht unbeliebt bei dir, wenn ich meine Meinung zu deinem Problem äußere.
Ich würde deiner Tochter ganz klar eine Grenze setzen. Es ist eure Entscheidung, also die von deinem Mann und dir, ob ein zweiter Hund bei euch einzieht.
Ich finde zwar auch, dass so ein Entschluss durch alle Familienmitglieder gefällt werden sollte, aber in diesem Fall sehe ich es etwas differenzierter.
Ich habe das Gefühl, dass da gerade seitens deiner Tochter ein paar Machtspielchen im Gange sind.
Kann es sein, dass es dabei etwas um Kontrollausübung geht? Ihr habt doch schon einen Hund und der haart und bellt doch bestimmt auch einmal, oder?
Mein noch bei mir lebender Sohn, war auch Anfangs nicht begeistert, dass nach Marthas Tod ein neuer Hund hier einzieht und wir haben dann ganz klar die Absprache getroffen, dass er mit Kasia keinerlei Verpflichtungen hat. Das war und ist der Deal. Kasia ist meine Hündin und die Verantwortung liegt komplett bei mir. Sollte es ihm zeitlich möglich sein und er Lust dazu haben ,passt er auf sie auf, falls ich etwas ohne sie vorhabe, falls nicht ist es mein Problem. Damit kann ich gut leben.
Wie wäre es denn, wenn ihr eure Tochter auch komplett aus der Verantwortung für die Hunde entlässt? Sie hat ja bereits den Luxus einer eigenen Etage, welche sie dann aber auch nach Herzenslust täglich selbst saugen darf (sorry, nur meine Meinung) und mit den Hunden wenig Berührungspunkte, wenn sie das nicht möchte.
Auch ihre Wäsche könnte sie selbst und getrennt von Eurer erledigen, dann ist das Haarproblem auch erledigt.
Allerdings müsstet ihr dann die Kröte schlucken, dass ihr dann schauen müsst, wer die Hunde versorgt, wenn es bei euch später wird. Oder einfach genug Wasser hinstellen. Fressen können sie ja auch dann wenn ihr zurück seid.
Vielleicht kommt dir meine rigorose Haltung etwas hart vor, aber ich kenne eine ähnliche Problematik von meinem großen Sohn.
Sein Vater und ich haben uns auch sehr früh getrennt und er ist mit meinem zweiten Mann und mir aufgewachsen. Ich habe mir (besonders als dann Kind 2 kam) immer ein schlechtes Gewissen gemacht und bin immer ganz besonders behutsam auf seine oft absurden Bedürfnisse eingegangen. Letztlich führte das dazu, dass es in der gesamten Familie zu Konflikten kam. Unsere Paarbeziehung hat das dann auch nicht überlebt. Je mehr Zugeständnisse ich machte umso fordernder und kontrollierender wurden die Ansprüche meines Sohnes.
Heute ist er über 30, Sozialpädagoge und sagt, dass er sich viel mehr Grenzen gewünscht hätte. Durch das ewige pampern und nachgeben meinerseits, hat er sich beim Start in sein eigenes Leben oft sehr schwer getan.
Dies nur am Rande....
Also, mein Rat ist ganz klar: holt euch den Hund und entbindet eure Tochter von der Verantwortung dafür.
Beste Grüße Sabine