Tina61
Ich wünsche dir auch von ganzem Herzen viel Glück mit dem neuen Hund.
Ein halbes Jahr Abstand ist gut.
Bei mir ist ja bereits nach sechs Wochen die kleine Kasia eingezogen. Ich habe so entschieden, weil ich mir ein Leben ohne Hund nicht vorstellen konnte und auch die Struktur brauchte um überhaupt einigermaßen durch den Tag zu kommen. Nach Marthas Tod saß ich ja wochenlang wie gelähmt herum und war zu den einfachsten Alltagsdingen nicht im Stande.
Dann habe ich "zufällig" von Kasia erfahren und davon, dass sie noch dringend ein Zuhause sucht.
Nun ist sie seit vier Wochen hier und macht uns viel Freude. ABER: rückblickend betrachtet, hätte ich mir wohl noch etwas Zeit lassen sollen. Die letzten Tage waren nicht einfach für uns beide. Das liegt an mir und ich habe häufig ein schlechtes Gewissen. Es gelingt mir nämlich noch nicht, meine Trauer um Martha zu beherrschen. Man sagt ja immer, man soll seiner Trauer bewusst einmal am Tag Zeit und Raum geben.
Das hatte ich mir fest vorgenommen. Ich dachte mir, wenn Kasia müde, ausgelastet und satt ist und dann ein Schläfchen macht, setze ich mich hin und diese Zeit gehört dann Martha und mir.
Doch leider hält sich meine Trauer nicht daran.
Sie überkommt mich auf einmal in den unmöglichsten Situationen. Beim Spaziergang, beim spielen und selbst beim kuscheln mit Kasia. Die spürt natürlich, dass ich nicht voll bei ihr bin, weder mental noch emotional und fordert das dann ein. Sie wird dann richtig penetrant und ich reagiere genervt ( versuche das natürlich nicht zu zeigen, aber wir wissen ja alle, das klappt nicht).
Kasia schaltet dann in den Zerstörer Modus und frisst und beisst alles was nicht niet und nagelfest ist.
Gestern habe ich versucht, ganz bewusst ruhig zu bleiben, alle Gedanken an Martha erstmal auszublenden und mich ausschließlich auf Kasia zu konzentrieren.
Und siehe da, plötzlich hatte ich einen entspannten, kooperativen Welpen hier sitzen und wir einen richtig schönen Abend miteinander.
Das Problem ist halt immer der Mensch und nicht der Hund.
Wir werden das schon schaukeln, da bin ich zuversichtlich. Ein wenig mehr Trauerzeit hätte mir aber nicht geschadet, das weiß ich nun.
Darum finde ich es sehr gut, dass du dir diesen Raum gegeben hast, einen besseren Abschluss finden konntest und jetzt unbeschwerter in das neue Abenteuer starten kannst.
Vielleicht magst du uns berichten, wie es bei euch weitergeht und ob sich der kleine Kerl gut bei euch eingefügt hat.
Viel, viel Freude und liebe Grüße