Hallo.
Letzten Sonntag mußte ich meinen über alles geliebten Sammy gehen lassen.
Ich bekam ihn 2013 als Welpen. Ich hatte seine Geburt um fünf Minuten verpasst,
nachdem er einen Tag später als seine beiden Geschwister zur Welt kam.
Seine Mama wollte ihn Anfangs nicht und stubste ihn immer wieder weg oder hat ihn unter einer Decke "begraben".
Sie ließ ihn zwar säugen, aber wirklich begeistert war sie nicht, so das wir immer wieder zufüttern mussten.
Nach ein paar Tagen hat sie ihn dann doch noch akzeptiert.
Ein etwas holpriger Start...
Nach 14 Wochen konnte ich ihn dann endlich zu mir holen.
Natürlich mußte ich viel Geduld aufbringen, ihm das Hunde 1x1 beizubringen.
Als Malteser-Havaneser-Yorkie-Mix hat man eben seinen eigenen Kopf.^^
Aber es hat sich gelohnt. Schon bald (das hat nicht lange gedauert) war er Stubenrein,
auch wenn ihm doch mal das eine oder andere Malheur passiert ist. 😉
Wer ist schon perfekt...
So ist er mit der Zeit eben anständig gewachsen und immer bei mir.
Schnee fand er richtig Gut. Baden dagegen nicht so sehr.
In der Wanne war er geduldig, nicht ängstlich. Irgendwie muß man ja die Schneekugeln entfernen,
die an seinem Fell herunterhingen.
Klar hat er in seiner Rüpelphase Unsinn getrieben, aber nie irgendwas kaputt gemacht
oder was viele andere sonst so machen.
Man konnte ihn auch mal etwas länger alleine lassen, ohne die Nachbarschaft in Aufruhr zu versetzen.
Er hat dann eben geschlafen oder sich mit seinem Spielzeug beschäftigt.
Der erste Arztbesuch war richtig genial.
Impfen, Chippen etc. ist nicht jederhunds Sache. Sammy blieb cool.
Was muß, das muß, dachte er sich wohl.
Bei meinem ersten (und hoffentlich erstmal letzten) Herzinfarkt, wusste er sofort das etwas nicht stimmt
und blieb die ganze Zeit an meiner Seite.
Davon ließ er sich auch nicht abbringen. Ich denke die meisten Fellnasen agieren so.
Aus´m KH raus und Zuhause hatte ich keinen Hund mehr, der mit der Rute wedelt,
sondern eine Rute, die mit dem Hund wedelt. So aufgeregt war er. Auch wenn es nur ein paar Tage waren.
Die Geschichte ist jedenfalls einfach:
Da wo ich war, war mein Sammy.
Wo mein Sammy oder allgemein Hunde nicht willkommen waren, da bin ich dann auch nicht mehr hingegangen.
So gingen zwar ein paar "Freundschaften" zu Bruch, aber das ist deren eigene Schuld.
Letztes Jahr sind wir dann mal umgezogen und so Mitte April fiel er dann das erste Mal um.
Am Boden hat er dann gezuckt und es dauerte auch eine Weile, bis er wieder komplett da war.
Was für Gedanken einem da durch den Kopf rasen, kann sich wohl jeder vorstellen.
Da ist von Giftköder über Epilepsie oder Schlaganfall alles dabei.
Also ab zu TA. Ultraschall und bittere Diagnose bekommen.
Vorhof der linken Herzkammer vergrößert.
TA meinte zwar man könne das behandeln und mein Sammy könnte damit eigentlich noch gut und lange leben,
aber man ist ja irgendwie doch Neugierig und googelt und liest dann eher was anderes.
Jedenfalls war er dann doch iwie eingestellt mit seinen Tabletten,
dann passierte es wieder, er fiel um und brauchte wieder eine Zeit um sich zu berappeln.
Also wieder zum TA. Diesmal wieder Ultraschall. Und Röntgen.
Wieder eine bittere Diagnose: Wasser in der Lunge.
Hat natürlich auf sein kleines Herzchen gedrückt. Er bekam eine Entwässerungsspritze
und zwei Stunden später war dann alles draussen.
Am nächsten wieder zum TA, kontrollieren wie es mit seiner Lunge steht und war alles gut.
Regelmäßige kontrollen, Entwässerungstabletten und Blutdrucksenker waren erstmal angesagt.
Das ging auch gut, mein Sammy hatte keinerlei Probleme.
Bis zum letzten Sonntag...
Ich hab ihn wiedermal zu meiner Mutter mitgenommen.
Auch weil sie in tiefer Trauer war um ihren Hund, also Sammy´s Mama,
den sie am 28.01. auf Grund von akutem Nierenversagen nach 16 Jahren hat gehen lassen müssen.
Da ist er mir dann zweimal umgefallen und bekam nur schwer Luft.
Ab in den Tiernotdienst und da dann der Schock.
Nach Untersuchungen erklärte mir der TA, das mein Sammy ein doppelt so großes Herz hätte,
seine Lunge voller Wasser ist und seine Leber auch doppelt so groß wäre.
Er offerierte mir zwei Optionen, die beide nicht infrage kamen für mich.
Entweder er würde über Nacht im Sauerstoffzelt bleiben und würde "nebenbei" entwässert,
wobei das die wenigsten überleben.
Oder ich müsste ihn erlösen.
Natürlich wollte ich nicht, das mein Liebling, den ich großgezogen habe
und der mit mir durch Dick und Dünn gegangen ist, das er leidet.
Meine Entscheidung war dann zwar klar, das ich ihn gehen lassen würde.
Aber was für ein schwieriger Gang das ist, wußte ich da noch nicht.
Er hatte seinen kleinen Kopf in meine Hand gelegt, nachdem er die erste Spritze zum einschlafen bekam.
Hat mich mit seinen großen, schwarzen Augen angesehen und schlief dann ein.
Bei der zweiten Spritze hat es mich dann innerlich und äußerlich zerrissen.
Mein Hund, mein Sammy, meine geliebte Fellnase wird nicht mehr heimkommen.
Wenigstens konnte ich ihn mitnehmen.
Wenn auch nur um ihn im Garten, neben seiner Mama zu begraben.
Und jetzt kommen die Gedankenspielchen.
Was wäre wenn...
Hätte ich wieder mal die zwei Stunden gewartet, bis die Entwässerungsspritze wirkt
und er das ganze Wasser aus der Lunge ablässt.
Warum hat man die Anzeichen nicht früher gesehen oder gemerkt?
Dann wäre er wenigstens hier und ich könnte mich mit ihm beschäftigen, mit ihm reden.
So, wie ich es immer getan habe.
Wieso, weshalb, warum?
Ein rationale Erklärung scheint es keine zu geben und die emtotionale Komponente wiegt ums schwerer.
Wie andere das auch schon beschrieben haben, es kommt eine enge in der Brust zum Vorschein,
man muß unbedingt wieder nach Hause, Sinn des Ganzen wird infrage gestellt etc......
Einfach nur schwer.....
Ein toller Hund, mein Seelenhund, der wegen einer bescheuerten Krankheit viel zu früh gehen musste.
